Peditram-die Straßenbahn auf -zig Füßen.

Seit November 2013 führen wir an der Grundschule dieses Projekt durch. Dank zahlreicher  Elternmithilfe konnten wir im Schuljahr 14/15 bereits eine zweite Linie einführen. Der sichere und aktive Schulweg der Kinder ist uns wichtig. Nutzen Sie dieses Angebot für Ihre Kind.

Auszug aus dem Informationsblatt zur Peditram:

Peditram – der Fußweg zur Schule als gemeinschaftliches Erlebnis

Karlsruher Pilotprojekt, entwickelt von Stadt, Polizei und Verkehrsverbund

Morgens zwischen sieben und acht ist die Welt nicht in Ordnung – zumindest vor den Schultoren in der Stadt Karlsruhe, aber auch in der Region und überhaupt in ganz Deutschland. Überall herrscht das gleiche Chaos: Autos verstopfen die Zufahrtsstraßen und Eingangsbereiche, die wenigen Schüler, die noch zu Fuß in die Schule gehen oder dorthin radeln, bahnen sich mühsam ihren Weg – vorbei an ihren Mitschülern, die es sich von schützendem Blech umgeben auf dem Rücksitz von Taxi Mama gemütlich gemacht haben.

Nicht nur Schulleiter sowie umwelt- und gesundheitsbewusste Eltern beobachten diesen immer noch zunehmenden Trend mit großer Skepsis. Auch Mediziner, Sportwissenschaftler, Entscheidungsträger in Ministerien, Kommunen und Polizeibehörden machen sich intensiv Gedanken darüber, wie man dieser Fehlentwicklung erfolgreich begegnen kann.

Auch in der Stadt Karlsruhe ist dies geschehen. In einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern von Ordnungs-, Umwelt-, Stadtplanungs- sowie Schul- und Sportamt, des Polizeipräsidiums und des Verkehrs- verbunds beschäftigte man sich unter Federführung des Kinderbüros der Stadt Karlsruhe nachhaltig mit der entscheidenden Frage:

Wie kann man Kinder dazu bewegen, den Schulweg wieder vermehrt zu Fuß zurückzulegen, und zwar ohne sich dabei um ihre Sicherheit sorgen zu müssen?

Die Antwort lautet: durch Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen.
Mit diesem Projekt soll zunächst an einer Karlsruher Modell-Schule erprobt werden, inwieweit der Fußweg zur Schule als Gemeinschafts-Erlebnis gestaltet werden kann.

Wer soll damit erreicht werden?

Angesprochen sind letztendlich alle Eltern und deren Kinder, die den Schulweg zu Fuß bestreiten können. Es gibt keine Maximaldistanz, empfohlen sind bis zu 1.000 Meter – oder auch darüber.

Was ist eigentlich Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen?

Dahinter verbirgt sich die Grundidee, dass der Fußweg zur Schule in der Gemeinschaft anderer Kinder und unter der Führung von Erwachsenen sicherer und für die Persönlichkeitsentwicklung förderlicher ist als wenn ein Kind alleine unterwegs ist. Genau so verhält es sich auch bei der Benutzung öffentlicher Ver- kehrsmittel. Und so lag der Gedanke nahe, den Schulweg wie eine Bus- oder Bahnfahrt zu organisieren. Der entscheidende Unterschied dabei ist:

Die Schulkinder werden nicht bewegt, sondern bewegen sich selbst. Sie gehen zu Fuß.

Wie funktioniert Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen?

Wie bei Bussen und Bahnen gibt es auch bei Peditram eine oder mehrere bestimmte Routen, einen festen Fahrplan und Haltestellen, an denen zu- und ausgestiegen werden kann. Das Grundprinzip ist das Gleiche: Die imaginäre Straßenbahn startet mit „Fahrer“ (= eine, höchstens zwei erwachsene Begleitpersonen) zu Fuß an der 1. „Haltestelle“. Hier und an den nachfolgenden Stationen können Schüler jeweils „zusteigen“, also sich den anderen anschließen. Gemeinsamer „Ausstieg“ ist an der Schule. Und nach Unterrichts- schluss vollzieht sich das Ganze in umgekehrter Richtung.

Gibt es hierfür Vorbilder?

Ja, jede Menge, und zwar meist unter dem Namen „walking bus“ in Deutschland und den Anrainer-Staaten – unter anderem in Mauer bei Heidelberg oder in Paderborn, wo Polizei und das Sportwissenschaftliche Institut an der dortigen Universität die Einführung begleitet haben. Die Resonanz bei Schulen und Eltern ist ausnahmslos positiv.

Welche Ziele verfolgt Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen?

Eine ganze Vielzahl. Stellvertretend seien genannt:

a) gesundheitliche Ziele

Peditram wirkt der allgemein zunehmenden Bequemlichkeit entgegen.
Gemäß einer Studie der Universität Paderborn deckt ein 15-minütiger Fußweg zur Schule zur Hälfte den Bewegungs-Tagesbedarf ab.

b) kognitive Ziele

Das Wahrnehmungsvermögen wird geschult.
Die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht verbessert sich, weil der natürliche Bewegungsdrang und das Mitteilungsbedürfnis vor Schulbeginn weitgehend gestillt werden.

c) unfallpräventive Ziele

Der Schulweg in der Gruppe und unter Erwachsenen-Begleitung bietet mehr Sicherheit.
Die Sinne für die Gefahren-Erkennungen im Straßenverkehr werden geschärft.
Die Anzahl an Eltern-Taxis, die zu Fuß gehende und radelnde Schüler latent gefährden, wird reduziert.

d) soziale Ziele
Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen verhilft als gemeinschaftliches Erlebnis dazu,
Freundschaften aufzubauen und zu vertiefen, Rücksichtnahme zu erlernen,
Werte wie Disziplin und Pünktlichkeit zu vermitteln.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises sind überzeugt davon, dass der geplante Modellversuch an einer Karlsruher Grundschule erfolgreich sein wird und schnell weitere Nachahmer findet. Wenn die Voraus- setzungen stimmen, sind alle Schulen, Schüler und deren Eltern herzlich zur Mitwirkung eingeladen.

 

Die Mitglieder des AK Peditram – die Straßenbahn auf zig Füßen Karlsruhe, im Januar 2013

Kontakt: Franziska Stork
Stadt Karlsruhe, Sozial- und Jugendbehörde Kinderbüro, Telefon 0721 133-5131

weitere Infos:

Peditram – Stadt Karlsruhe

Peditram – Kinderbüro